Liebe Männer: wenn Ihr was gegen Sexismus tun wollt, dann tut bitte was!

Moritz Neumeier* ruft auf YouTube Frauen dazu auf, Männern zu sagen, was sie tun können, um gegen sexuelle Belästigung anzugehen und was Frauen als sexuelle Belästigung einstufen. Die erste Reaktion darauf sollte ja eigentlich immer sein: wow, das ist ja mal toll, so ein Feminist, der sich hier einsetzt für die Frauen und auch mal was tut.

Meine erste Reaktion sieht eher so aus: Google it, dude!

*Ich muss einleitend dazu sagen, dass Moritz Neumeier hier sogar jemand ist, der sich auch vorher schon mit dem Thema auseinandergesetzt hat und dass es sicher schlimmere Beispiele als ihn gibt. Ich will hier niemanden davon abhalten, sich gegen Sexismus zu engagieren, aber ich werde nachfolgend auch kurz erläutern, warum allein das schon problematisch ist.

Es ist also weniger er, als dieses eine Video, was mich zu diesem Blogbeitrag inspiriert hat. Sorry, Moritz, ich hoffe, Du verstehst das und läufst jetzt nicht zu den Männerrechtlern über <3.

Ich bin seit ein paar Jahren in der Facebook-Gruppe Geschlechtersensible Pädagogik und auch wenn ich nicht immer ein Fan von der Diskussionskultur in der Gruppe bin, habe ich dort etwas Wichtiges gelernt und erlebt: die Anzahl an Arbeit, die insbesondere von Frauen/Feministinnen gefordert wird, um zu erklären, was Sexismus, Homophobie, Transfeindlichkeit, etc. ist, ist enorm. Und nicht nur das, sie wird immer und immer wieder von vornehmlich Männern eingefordert, die dann jedes Detail anzweifeln, unabhängig davon, ob sie sich wirklich intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt haben oder nicht. Reagiert dann mal eine Feministin/Expertin genervt oder aggressiv und sagt: “ich hab keinen Bock mehr, Dir das zu erklären, such es Dir selbst raus”, dann wird sie oft angefeindet und als typisch aggressive Feministin dargestellt.

Ähnliches habe ich übrigens sehr oft auf Twitter bei Diskussionen rund um Rassismus und Transfeindlichkeit festgestellt. Ich habe daraus gelernt, dass ich diese Themen so angehe, wie die Etikette in jedem klassischen Online-Forum es verlangt: schau Dir erst einmal stumm die Diskussionen an, informier Dich und kommentiere nicht sofort ad hoc, ohne den Kontext zu kennen.

Wenn ich also etwas über Cultural Appropriation lese, dann frage ich nicht sofort eine POC, was das ist und ob sie mir sagen kann, was damit gemeint ist, sondern googel es einfach, denn es gibt tausende Blogbeiträge, Essays und Artikel zu dem Thema, wenn man nur mal 5 Minuten recherchiert.

Alles andere ist nämlich so eine Art Erpressung:

Der unerfahrene Ignorant schmückt sich damit, dass er nun endlich “woke” und ein Feminist sein möchte. Aber nur unter der Bedingung, dass ihm der gesamte, teilweise immens komplexe Diskurs in mundgerechten Stückchen von Experten und Betroffenen aufbereitet wird. Diesen wird er sofort und unüberlegt im Detail in Frage stellen und so die Zuarbeit der Experten/Betroffenen ins Unendliche steigern.

Das Alles muss immer mit enormer Geduld und Freundlichkeit geleistet werden. Jede Form von genervt Sein und Aggression wird damit gestraft, dass der Ignorant damit droht, dieses Thema zukünftig weiterhin zu ignorieren, wenn man ihn denn so schrecklich behandelt (selbst wenn er sich weigert, auch nur ein Mü Arbeit hineinzustecken).

Und das ist alles ehrlich gesagt, so richtig ätzend.

Denn natürlich möchte man sich freuen, wenn insbesondere einflussreiche Männer jetzt plötzlich feministische Themen aufgreifen und helfen wollen. Aber dann sollen sie auch helfen und nicht mit dem geringsten Aufwand andere zur Arbeit auffordern, um das Resultat dann unter ihrem Namen zu veröffentlichen und sich dafür feiern zu lassen.

Es hat seine Gründe, warum die Kommentare von Dudes wie Ben Affleck, Matt Damon und Co zum Thema Weinstein mit höchstens wohlwollendem Kopfnicken, meistens jedoch mit “naja, das ist ja wohl das Mindeste” begrüßt wurden.

Ein Lippenbekenntnis war vielleicht vor 20 Jahren noch total In, aber da wir in den letzten 20 Jahren gesehen haben, dass das überhaupt gar nichts bringt, brauchen wir hier mehr als das. Man muss doch nicht immer alle Ignoranten abholen, sie können auch einfach mal entgegenkommen, denn es geht hier nicht darum, sich feiern zu lassen, weil man plötzlich Sexismus, Rassismus und Co scheiße findet, sondern man sollte einfach mal die Klappe halten, weil man ERST JETZT Sexismus und Rassismus und Co scheiße findet. Dafür gibt es kein Bienchen.

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Warum das “jetzt wo ich eine Tochter habe, bin ich Feminist”-Ding nervt

Nils Bokelberg schreibt in der Zeit darüber, dass er erst seit seine Tochter 16 ist, weiß, warum Feminismus im 21. Jahrhundert notwendig ist. Seine Freundin habe es immer schade gefunden, dass er sich nicht als “Feminist” bezeichnen wollte, aber jetzt, wo er gesehen hat, was seine Tochter in der Welt erwartet, hat er seine Meinung geändert. (more…)

Ehe für alle: Können wir das blöde Afd-Stockfoto jetzt mal in Ruhe lassen?

Heute wird für die #Ehefüralle abgestimmt, also dafür, ob auch homosexuelle Paare klassisch heiraten dürfen oder sich weiterhin mit der Ehe Light-Version der eingetragenen Partnerschaft (exklusiv für homosexuelle Paare) begnügen müssen.

Dass das zwar irgendwie toll, aber nicht so richtig zum Feiern ist, hat Frank Stauss schon an anderer Stelle viel besser beschrieben (ich empfehle, so knackig bitter können Leseempfehlungen sein).

So, nun hat die Afd – nicht gerade überraschend – nochmal klar gemacht, dass sie das ganz furchtbar finden und sich bei Pixabay, einem kostenlosen Stockfotoanbieter, bedient, um ein Foto einer angeblich “korrekten” Familie/Ehe zu zeigen. Darauf zu sehen: 2 Frauen, zwei Jungs, ein Mann. Da das Bild unter CC0 Public Domain läuft, kann ich es sogar hier posten:

Pixabay: Fünf Farben: Rot

So. Und nun kommt das progressive Netz, zu dem ich mich eigentlich auch zähle und lacht erstmal: Haha, soll das eine Ehe mit zwei Frauen und einem Mann sein? Ist die typische Familie der Afd ein lesbisches Paar mit einer männlichen Hebamme (nennt man das dann einen “Hemanne”?). Ist es ein polyamuröses Paar? HAHAHAHAHA! Dann findet man auch heraus, dass das Bild, immerhin ist es ein Stockfoto, schon für Scheidungsanwälte und Artikel zur Polyamorie verwendet wurde. HAHAHAHAHAH!

Ich lache ja sonst immer gerne gehässig mit, aber in diesem Falle finde ich das Ganze irgendwie total bescheuert.

Erstens ist es tatsächlich ein Foto einer klassisch heterosexuellen Familie, wie man sie aus angestaubten Bilderbüchern, aber auch deutschen Fernsehfilmen kennt. Zwei Söhne, eine Tochter, Mann und Frau. Ja, die Frau sieht also sehr jung bzw. die Tochter etwas älter aus. Da muss man jetzt nicht so eklig werden und hier ein offensichtlich junges Mädchen zur Geliebten der älteren Frau machen oder das Ganze zu einer polyamourösen Situation, nur damit man so einen Witz quer durch Twitter und wieder zurück zerren kann.

Zweitens: da stellt eine Familie Fotos kostenlos zur Verfügung in der Hoffnung, man möge sie für schöne Zwecke verwenden, ohne teure Lizenzgebühren zahlen zu müssen: Tipps für das perfekte Weihnachtsfest, Familienplanung und wahrscheinlich auch den einen oder anderen Eheratgeber. Und dann wird sie nicht nur für so’n Schmarrn wie Afd-Propaganda verwendet, nein, das ganze Netz macht sich auch noch über die offensichtlich uralt aussehende Tochter lustig und überlegt sich merkwürdig detaillierte Beziehungskonstellationen unter den Familienmitgliedern. Vom Spott über die Afd ist man da schnell zum gehässigen Lästern über eine sehr harmlose US-amerikanische Familie angekommen. Ganz toll.

Und Drittens: anstatt sich hier das Bild zu nehmen und darüber herzuziehen, hätte das Netz etwas viel Besseres machen können, was beispielsweise Wissenschaftlerinnen gemacht haben, nachdem so ein Sexist öffentlich erzählt hatte, dass Frauen durch ihre sexy Outfits männliche Wissenschaftler vom Arbeiten abhalten würden.

Warum denn nicht Familienbilder verschiedener Familienmodelle posten? Warum nicht das Hashtag #DasIstEineFamilie verwenden und Fotos von echten polyamourösen Familien, Familien homosexueller Partner, alleinerziehenden Müttern oder Vätern, Familien mit transgender Kindern oder Eltern, Patchworkfamilien, etc.pp. posten und verbreiten, um somit diese negative Ausrichtung des originalen Tweets in eine positive Botschaft umzukehren?

Was? Wäre das zu schön und optimistisch und irgendwie sogar liebenswert im Vergleich zum typischen deutschen Häme-Twitter?

Too sexy for the Leipziger Buchmesse: vom grumpy old Schlips*

Carsten Otte ist empört: nachdem sich die Leipziger Buchmesse doch so wunderbar ernst und politisch gezeigt hat, im Jahr 2017, im Brexit-Jahr, im Trump-Jahr, im Erdogan-Jahr, verderben bunt gekleidete CosplayerInnen den Spaß bzw. den Ernst.

In einem wütend missmutigen Kommentar auf swr.de (Kulturthema), erklärt er:

Selbst wenn Verboten etwas Autoritäres anhaftet, sollten die Kostümorgien endlich von der Messe verbannt werden.

Ausschlag dieses Aufrufs zur Bekleidungsetikette war ein Videointerview der Schriftstellerin Asli Erdogan, die “aus ihrem türkischen Arrest nach Leipzig zugeschaltet wurde” (mehr über und von ihr übrigens hier zu lesen).

Ob die Schriftstellerin sich freuen würde, wenn ein Literat den jungen Fans der Cosplay-Kultur die Daseinsberechtigung an der Literaturmesse verbietet, weil ihr Verhalten seiner Vorstellung des korrekten Verhaltens auf einer derartigen Messe nicht entspricht?

Margarete Stokowski findet, dass Herr Otte sich da zu ernst gibt. In ihrer SPON-Kolumne geht sie auf genau diesen Widerspruch ein: das Verbieten einer Ausdrucksmöglichkeit, die der parallel verlaufenden Diskussion (im Videointerview) über das Verbieten von Ausdrucksmöglichkeit nicht formell genug ist.

Aber überlegen wir doch einmal, was hier noch dahintersteckt.

  1. Dieser “Messefasching”, so Otte, würde die Hallen verstopfen und sich doch gar nicht für Literatur interessieren. Welche Literatur der Autor von “Der gastrosexuelle Mann” damit meint, kann man hier nur erahnen. Wahrscheinlich nur die, die Herr Otte gerne liest. Dass auch Literaturformen wie Graphic Novels, Comics und Mangas einen Platz in der Literaturszene haben, das wissen wohl auch nur diejenigen, die sich mal irgendwann mit der Vielfalt und Qualität dieser Kunstform beschäftigt haben. Zumindest scheint es, als wären MessebesucherInnen, die keine “richtigen Bücher” lesen, keine richtigen MessebesucherInnen. Alles klar.
  1. Es gibt für die Leipziger Buchmesse, wie ich in diversen Kommentaren zum Thema erfahren habe, eine klare Kleiderordnung für CosplayerInnen. Diese ganze nackte Haut, die Herr Otte da so oft gesehen haben will, liegt also – wenn der Einlass nicht hier und da mal ein Auge zugedrückt hat – im Ermessen des Betrachters. Darf ich hier kurz anmerken, dass es im Jahr 2017, inklusive Burka-Verbot in Österreich, Trumps unsäglicher Politik zum Thema Schwangerschaft und Co sowie dem Heilige/Hure-Problem unseres Frauenbildes, reichlich problematisch daherkommt, wenn ein Herr im mittleren Alter von “halbnackten Hasen” (die Allegorie alleine macht das aus stilistischer Sicht sehr problematisch, übrigens) und minderjährige Cosplayer in “pornographischen Posen” redet?

Unabhängig davon, was im Hintergrund einer von Natur aus eklektischen Messe stattfindet, hätte man sich da schon etwas mehr Reflexion gewünscht. Waren sie wirklich halbnackt, die Hasen? Oder hat man einfach nur mehr als den für Herrn Otte akzeptablen Knöchel der Fräulein gesehen?

  1. Stokowski schreibt in ihrem Kommentar etwas, das in dieser Diskussion unbedingt betont werden muss:

Ich fand es auch schwierig, das alles im Kopf zusammenzukriegen. Nicht die Cosplayer, sondern die ganze Messe, das Durchschleusen von Büchern im Halbstundentakt, egal ob es darin um Völkermord, Sexkinos, Luther oder einen Ostfriesenkrimi geht. Aber es geht, die Leute hören zu.

Die Leipziger Messe ist politisch, aber nur in Teilen. Es reihen sich banalste Ergüsse an politischen Zündstoff an dramatische Autobiographien. Jede Form der Literatur hat dabei ihre Bewunderer und Kritiker und jede Form der Literatur hat eine andere Ausdrucksweise. Dass Fans von Ottes Kochbuch für den Mann wahrscheinlich denken, dass Kochbücher, die nicht speziell für Männer geschrieben sind, zu schlecht für starke, sehnige Männerhände und wulstige Geschmacksknospen sind, muss mich nicht begeistern, aber bringt mich auch nicht dazu, zu fordern, dass diese Leute bitte nicht auf der Messe ihr offensichtlich überschäumendes Testosteron verbreiten.

Dass die Ausdrucksform auch mal Kostüme annimmt, ist doch im Grunde eher ein Zeichen der Begeisterung. Wie schade, eigentlich, dass Fans von Ostfriesenkrimis nicht in Friesennerzen aller Farben auf der Messe erscheinen. Ein Verlust gar.

Herr Ottes Forderung ist problematisch, weil sie sich eine bestimmte Personengruppe herauspickt und als inakzeptabel im Rahmen der ernsteren Momente der Messe bezeichnet. Doch wie weit soll das gehen? Auf einer bunten Messe sind die Leute aus unterschiedlichen Gründen da. Das Interview mit der Schriftstellerin war nicht der Titel der Messe, daher ist es entsprechend absurd zu verlangen, dass für dieses Interview alle anderen Messegäste vergessen sollen, was sie tun, weswegen sie dort sind, um andächtig zuzuhören.

Ich kann mich natürlich daran stören, dass jemand während so eines Interviews laut dazwischenredet, lärmt oder sich abfällig über die Schriftstellerin äußert. Aber wenn ein Ausdruck der Freiheit in einer Demokratie einfach nur so im Hasenkostüm vorbeiläuft, dann sollte ich mein Möglichstes tun, das – vielleicht auch genervt – zu schätzen zu wissen.

*Den “grumpy old Schlips” habe ich mir übrigens vom wortgewandten Ben Kaden (@bkaden) geklaut.

Laurie Penny im Nimmerland: Subjektivität ohne Reflektion ist Egozentrik

Aktuell schwirrt ein Longread (5000+ Wörter) durch das feministische Interweb und sorgt für große Euphorie. Laurie Penny, bereits seit Jahren exklusiv wohl die einzige Feministin, die nicht nur von Milo Yiannopoulos geduldet, sondern wiederholt auf Vortragstouren und andere Events eingeladen wird, schreibt über dessen Armee der “verlorenen Jungs” und will eine Menschlichkeit finden, die sie bereits bei Milo in früheren Beiträgen ins Visier genommen hat. Versteckt zwischen diesen oberflächlich kritischen Beiträgen (was nicht schwer ist, da sie so unglaublich, enorm, überzogen und wahrscheinlich unnötig lang sind) ist eine Verharmlosung, die aus einem Privileg heraus entstanden ist. (more…)

Falschaussagen bei Vergewaltigungen: in dubio pro Angeklagter

Aktuell wird der Fall von E. James in den Medien zertrampelt. Die ehemalige Big Brother-Teilnehmerin hatte einen Mann wegen Vergewaltigung angezeigt, woraufhin die Richterin die Klage abwies mit dem Vergleich, dass Frau James hier eine “Gina Lisa” abziehe. Abgesehen davon, dass der Fall Gina Lisa aus gerichtlicher Sicht sehr merkwürdig und geradezu generös gegenüber den Angeklagten verlief (Angeklagter B musste ja nicht mal im Gerichtssaal erscheinen), ist es relativ widerlich, als Richterin hippe Vergleiche zu ziehen, anstatt mal die Sache und auch die Klägerin sowie Gina Lisa etwas ernst zu nehmen.

Apropos ernst. Wenn es um Falschaussagen von Vergewaltigungen geht, dann nehmen vor allem Männer das sehr ernst. Rechtsanwalt Mirko Laudon, auch als Strafverteidiger tätig, schreibt also über diesen Fall, um darüber aufzuklären. Komisch, dass er bei dem Stichwort “Vergewaltigung” fast ausschließlich über Falschaussagen schreibt, obwohl doch bewiesene Falschaussagen eher spärlich gesät sind.

Ja, und hier kommt dann unsere verehrte Erzählerin, also ich, ins Spiel, die einen Twitter-Dude, der ganz empört über solche lügenden Frauen davon berichtet und dem ich also schrub, dass es immer wieder überraschend ist, wie häufig doch Falschaussagen in den Medien ausgeschlachtet werden, während die anderen Fälle, also die, wo bewiesen jemand vergewaltigt wurde, anscheinend super mega langweilig sind.

Und dann folgt die Reihe an Erklärungen:

 

– naja, das ist halt so, man sucht sich immer das besondere, um darüber zu berichten.

Stimmt, daher berichten ja auch so viele Medien gerne über muslimische Terroristen in Deutschland, aber so selten über rechte Terroristen in Deutschland. Funktioniert super.

 

– naja, vielleicht ist das ja auch sein Fachgebiet, das mit den Falschaussagen.

Klar, weil man sich auch als Anwalt so gut auf Falschaussagen spezialisieren kann. Wie soll das gehen? Nimmt man dann generell in dubio pro reo für den Angeklagten zur Grundlage, aber die Klägerin ist (muss ja) generell als Lügnerin zu verstehen?

 

– naja, aber beim konkreten Fall hat es ja gepasst.

Ja, aber warum denn spezifisch darüber berichten und das immer und immer wieder und über keine anderen Vergewaltigungsfälle, so als gäbe es so etwas wie eine echte Vergewaltigung gar nicht?

 

– nun schaden aber solche Frauen auch echten Vergewaltigungsopfern

Ja, gibt es die überhaupt, wenn man Strafverteidiger Laudon glauben mag? Was Vergewaltigungsopfern schadet ist, dass sie per se beweisen müssen, dass sie keine LügnerInnen sind. Es gibt zig Gerichtsfälle verschiedenster Bereiche, in denen gelogen wurde und wird. Dennoch glaubt man den meisten Klägern erst einmal, wenn sie sagen, dass sie beraubt, überfallen oder verprügelt wurden. Warum ist es also bei Vergewaltigungsopfern dennoch etwas anderes? Warum sind ausgerechnet diese Opfer so sehr in der Bringschuld? Und warum wundert es dann noch irgendjemanden, warum die Zahlen der zur Anzeige gekommenen Vergewaltigungen so fucking niedrig sind?

 

Echt mal, was für eine Scheiße ist das denn?